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Angst ist ein guter Begleiter

Magdalena Ahrer

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ICH WAR EINS DER KINDER, die auf dem Kletterturm am Spielplatz nie bis ganz oben wollten. Im Schwimmbad bin ich ewig nur vom Ein-Meter-Brett gehüpft, weil ich zu viel Höhenangst hatte und Tiefenangst auch, denn wer weiß schon, was in den Untiefen des Sprungbeckens lauert? Im Dunkeln sah ich nachts immer Monster. Angst gehörte schon immer irgendwie zu mir. Dann stolperte ich eines Tages über ein Zitat von Nelson Mandela: May your choices reflect your hopes, not your fears. Und das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ist es wirklich sinnvoll, immer auf Sicherheit zu spielen?

Angst Ist Ein Guter Berater
© Petra Ortner

Ich denke nicht. Zumindest nicht mehr. In vielen Fällen ist Angst nicht mal etwas Schlechtes. Oft zeigt es uns sogar, dass wir eigentlich auf dem richtigen Weg sind. Stell dir zum Beispiel vor, du bewirbst dich endlich für das Studium deiner Träume oder gehst zum ersten Mal allein ins Ausland. Klar hast du Angst, es wirklich durchzuziehen, aber das zeigt nur, dass es dir wichtig ist. Wenn eine Entscheidung gar nichts in dir auslöst außer Gleichgültigkeit, nicht mal das geringste bisschen Angst, dann ist es die falsche. Ich glaube, viele von uns wären um einiges glücklicher, wenn sie Angst als Wegweiser anstatt als Warnsignal betrachten würden. Denn entgegen dem Sprichwort ist Angst sehr wohl ein guter Berater, hört man ihr nur richtig zu, anstatt sie zu vermeiden (zumindest in alltäglichen Situationen).

»Ich glaube, viele von uns wären um einiges glücklicher, wenn sie Angst als Wegweiser anstatt als Warnsignal betrachten würden.«

Also lasst uns manchmal bewusst Dinge wagen, vor denen wir uns fürchten. Egal, ob das Bungeejumping, Tiefseetauchen oder einfach mal auf neue Leute zugehen ist. Lasst uns die Angst nutzen, ihr zuhören, denn unterdrücken können wir sie ohnehin nicht. Das Leben an sich ist lebensgefährlich und Kontrolle nur eine Illusion. Wir wissen nie, was morgen ist oder übermorgen oder in zwei Jahren. Egal wie vorsichtig wir durch die Welt gehen, wir können niemals alle Risiken ausschalten. Also lasst uns bewusst welche nehmen, die sich für uns lohnen. Lasst nicht unserer Angst folgen sondern der leisen Stimme, die uns zuflüstert: Komm schon, trau dich.

Dieser Beitrag erschien erstmals im momag.

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